Rezensionen

Rezension zu: „Herr Müller, die verrückte Katze und Gott“ von Ewald Arenz

wp_20161230_20_53_50_pro Die Grinsekatze täuscht nicht: Dieses Buch hat es in Sachen verrrückt, absurd und witzig faustdick hinter den Ohren. Zu allererst begegnet ist es mir bei einer Freundin und Kollegin, die sich beim Lesen so todgelacht hat, dass ich wusste: Den Titel brauche ich auch! Und es hat mich nicht enttäuscht.

Zum Inhalt:

Jehudi, Erzengel mit einer Vorliebe für Gin Tonic und verantwortlich für die Verwaltung der Seelen im Vorhimmel, stellt bei seinem Kontrollgang im unsichtbaren vierzehnten Stockwerk des Spiegel-Hochhauses bestürzt fest, dass eine fehlt. Kurt Müllers Seele ist bei seinem ebenso plötzlichen wie tödlichen Fenstersturz in Nürnberg verloren gegangen, und ihr spurloses Verschwinden droht vor der Zeit den Beginn der Apokalypse auszulösen. In der Not bittet Jehudi seinen Bruder Abaddon um Hilfe – einen gefallenen Engel und Dämonenfürsten, der gerade sein Katapult für flugwillige Pinguine testet. Kurt Müller aber hat sich derweil in Frankreich als Katze reinkarniert und keine Ahnung davon, dass nicht nur die Himmelsmächte nach ihm suchen, sondern zudem die Unterwelt den Höllenhund auf ihn angesetzt hat, um seine Seele und damit die Schöpfung für immer zu zerstören. Wird es Kurts Tochter Helena gelingen, zusammen mit Jehudi und Abaddon die Seele ihres Vaters zu finden und den Jüngsten Tag abzuwenden? Doch da ist auch noch Erzengel Uriel mit ganz anderen Rettungsplänen für das Universum. Und wo ist überhaupt Gott?


Wie mir das Buch gefallen hat:

Mein Lieblingsbuch 2016. Mehr müsste ich eigentlich nicht sagen, oder? Ich bin bei Humor sehr, sehr kritisch und selbst wenn mir dann mal etwas gefällt, flaut es oft im Laufe des Buches ab. Das kann verschiedene Gründe haben, die Hauptfigur verändert sich, die Umstände werden andere, neue Figuren kommen dazu… Nun, bei diesem Buch war es nicht so. Im Gegenteil, es wurde immer besser. Jehudi mochte ich vom ersten Augenblick an: Genervt von seiner Truppe und von der Tatsache, dass er bei sich selbst keine schlechten Gedanken zulassen kann (wo er doch so gerne lügen könnte!), macht er das Beste aus seiner Situation und brachte mich mit seinem Sarkasmus schonmal in gute Stimmung. Aber erst als wir Abaddon begegnen, wurde es richtig klasse, der Typ hat eine Art, der ich sofort verfallen war. Und oh Gott, was habe ich mit den Pinguinen gelacht! Mein persönlicher Untertitel für das Buch wäre ja „Und wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Pinguin her“. Ich will nicht zu viel verraten, aber ich habe mich auf dem Sofa gekugelt…

Mein Fazit:

Ich hatte ja erwartet, dass es gut sein würde, aber so gut? Nein! Ewald Arenz schafft es, Witz, Absurdität, Spannung, Gefühl und Unterhaltung in einen perfekten Mix zu verwandeln. Die Figuren fühlen sich durch die auktoriale Erzählweise echt und nah an, vor allem die (Ex-)Engel stecken voll triefendem Sarkasmus und der Blick auf Religion hier zeigt: Wir machen uns viel zu sehr fertig mit den Unterschieden anstatt zu erkennen, dass wir alle das Gleich wollen. Mein Bauch tat weh am Ende des Lesens und meine Augen waren ganz feucht. Ich kann dieses Buch nur allerwärmstens empfehlen, ein echtes Meisterwerk!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s