Der Alltag einer Buchhändlerin

Was zur Ausbildung zur Buchhändlerin dazugehört – Teil 1: Die Berufsschule

Ich weiß, es ist vielleicht etwas seltsam, einen Beitrag über eine Ausbildung mit der Berufsschule zu beginnen. In diesem Fall fand ich es aber günstig, da ich gerade in der Schule bin und  außerdem ist die theoretische Ausbildung genauso wichtig wie die im Betrieb.

Gleich am Anfang möchte ich kurz darauf hinweisen, dass es bei den Berufsschulen für Buchhändler eine Besonderheit gibt: Die meisten großen Unternehmen schicken ihre Azubis nicht in die Schule in dem jeweiligen Bundesland, sondern zu dem mediacampus in Frankfurt, eine riesige Medienberufsschule für alle möglichen Ausbildungen. Wenn ihr darüber mehr erfahren wollte, kann ich euch nur Lottas Blog empfehlen, sie ist nämlich dort Schülerin und berichtet immer wieder darüber.

Da ich in Südbayern meinen Ausbildungsbetrieb habe, gehe ich in die Berufsschule nach München. Wir haben dort Blockunterricht, d.h. ich bin jedes Mal 3 oder 4 Wochen am Stück dort. Aus diesem Grund ist es extrem wichtig, sich frühzeitig um einen Platz in einem Wohnheim zu bewerben, denn wenn man nicht jeden Tag pendeln will, braucht man einen günstigen Schlafplatz vor Ort. Den allergrößten Teil der Kosten für einen Wohnheimplatz trägt der Landkreis, in dem der Ausbildungsbetrieb ist; für den Schüler / Azubi selbst bleibt nur ein kleiner Selbstbeitrag übrig, der ca. 1,30 € pro Tag ausmacht.

Der Unterricht an sich läuft wie in einer ganz normalen Schule ab, man hat Unterrichtsstunden á 45 Minuten, einen Klassenlehrer, ein festes Klassenzimmer und verschiedene Fächer. Gleich mal als Beruhigung: Mathe ist keins davon 🙂 Was man allerdings als Buchhändler hat, sind folgende: Englisch, Sozialkunde, Rechnungswesen, Sport, Literatur und ein Fach, das sich Lernfeld nennt. Dahinter verbirgt sich ein neues Konzept des Kultusministeriums, laut dem wir Azubis mehr eigenverantwortlich Projekte managen sollen und uns Inhalte selbst beibringen sollen. Davon kann man halten, was man will, auf jeden Fall gibt es hier 10 Lernfelder, zu denen wir Situationen erarbeiten, anhand derer wir alles lernen, was wir für den Alltag in der Buchhandlung brauchen. Das geht vom Umgang mit stressigen Kunden, über den richtigen Einkauf für den Laden, über Personal- und Warengruppenmanagement, bis hin zu rechtlichen Regelungen bezüglich Preisen etc.

Diese Situationen er- und bearbeitet man größtenteils in Gruppen, was den Vorteil hat, dass verschiedene Leute ihre Ideen und Erfahrungen einbringen, aus denen man dann ein Gesamtkonzept erarbeiten kann. Das klappt oft nicht auf Anhieb so reibungslos, aber je länger man seine Klassenkameraden kennt, desto besser funktioniert der Austausch. Überhaupt genieße ich es sehr, mit den Kollegen aus anderen Filialen und auch von anderen Betrieben Kontakt zu haben, denn egal, wie unterschiedlich alle sind, wir haben sofort eine Basis, die uns verbindet: Bücher. Und deswegen kommt man mit jedem sofort ins Gespräch und merkt schnell, dass es alles echt nette Leute sind. Geschichten aus anderen Buchhandlungen zu hören ist sowieso eins der tollsten Dinge in der Berufsschule, man lacht oft über die absurden Geschehnisse und lernt aber von ihnen.

Der Unterricht geht normalerweise bis 16:15 Uhr, am Freitag nur bis 13:15 Uhr. Ansonsten hängt die Schlusszeit davon ab, welche Kurse man gewählt hat: Hierbei gibt es ganz verschiedene, auf der Website der Schule könnt ihr sehen, was so zur Auswahl steht. Die Kurse sind je nach Schule individuell und hängen von den Lehrern ab, die diese anbieten können. Es sind viele coole Sachen dabei, manche mehr, manche weniger berufsbezogen, aber alle machen viel Spaß.

So, das wären jetzt mal alle wichtigen Punkte von mir. Fällt euch noch etwas ein, das ihr wissen wollt? Irgendwelche Fragen oder Anmerkungen? Jederzeit gerne als Kommentar weiter unten!

2 Kommentare zu „Was zur Ausbildung zur Buchhändlerin dazugehört – Teil 1: Die Berufsschule

  1. Hey 🙂

    Ist ja mal megacool, dass du über deine Ausbildung berichtest! Gerade dass man in der Berufsschule immer die Gemeinsamkeit hat, Bücher zu lieben, gefällt mir total 🙂 Das macht bestimmt Spaß (auch wenn ich mich bei 99% der Ausbildungsberufe frage, warum denn immer Sport als Fach dabei sein muss, waaah :D). Freue mich ganz sehr auf mehr zu dem Thema! *-*

    Alles Liebe
    Viktoria 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Hi!

      Freut mich, wenn dich die Ausbildung interessiert, viele können sich nicht wirklich was darunter vorstellen, deswegen diese Beiträge.

      Es ist echt so mit der Gemeinsamkeit Bücher, du solltest unsere Klasse mal in den Pausen sehen, alle hängen hinter ihren Büchern und E-Readern 😉 und dabei Totenstille…

      Ja, das mit Sport habe ich auch nicht verstanden, als Ausgleich zum Sitzen ist es super, aber muss es wirklich mit Noten sein? Aber kann man wohl nichts ändern.

      Mehr Beiträge hierzu kommen bestimmt, du kannst also gespannt sein. Vielen Dank für dein Kommentar, meine liebe Viktoria!

      Liebste Grüße,
      Dani

      Gefällt mir

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