einlesehorn Lesechallenge 2017 · Rezensionen

Rezension zu: „QualityLand“ von Marc-Uwe Kling

Bei Marc-Uwe Kling werden die meisten sofort an die Känguru-Chroniken denken, die (besonders als Hörbuch) extrem Spaß machen. Nun waren alle Fans gespannt, wie er mit einer doch zugegeben düsteren Materie einer Dystopie umgeben würde, seht selbst, wie ich es gefunden habe. Übrigens: Mit den zwei verschienenden Farben hat es folgendes auf sich, die grau ist die Optimistenvariante, die schwarze die für Pessimisten. Der Text an sich ist der gleiche, nur auf den Zwischenseiten zwischen den Kapiteln steht ein bisschen etwas anderes.

 

Zum Inhalt:

Willkommen in QualityLand! In der Zukunft läuft alles rund: Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. QualityPartner weiß, wer am besten zu dir passt. Das selbstfahrende Auto weiß, wo du hin willst. Und wer bei TheShop angemeldet ist, bekommt alle Produkte, die er bewusst oder unbewusst haben will, automatisch zugeschickt, ganz ohne sie bestellen zu müssen. Super praktisch! Kein Mensch ist mehr gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen – denn in QualityLand lautet die Antwort auf alle Fragen: OK. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?

 

Wie mir das Buch gefallen hat:

Ich persönlich mag ja Dystopien sehr gerne und da sich diese hier sehr nach 1984 von George Orwell angehört hat, war ich eh gleich Feuer und Flamme. Tatsächlich liest sich das Buch aber zu keinem Zeitpunkt irgendwie schwer und bedrückend, trotz der – meiner Meinung nach –  schockierenden, beschriebenen Ereignisse erkennt man doch immer das Augenzwinkern hinter allem und bei den vielen kleinen Anekdoten muss man immer wieder schmunzeln.

Falls die Zukunft tatsächlich so werden sollte, dann bin ich bis dahin hoffentlich schon lange unter der Erde, denn dass man keinen Schritt mehr gehen kann ohne überwacht zu werden, Waren automatisch ohne Bestellen geliefert bekommt und man jegliches Wissen schon vorgekaut bekommt, das wäre meine ultimative Hölle. In gewisser Weise steuern wir schon heute darauf zu, aber solche Ausmaße werden wir hoffentlich nie haben.

Wie schon im Klappentext besprochen, gibt es Maschinen, die sehr starke menschliche Züge besitzen, was sie mir unglaublich sympathisch gemacht haben, ingesamt waren alle meine Lieblingsfiguren Maschinen. Da die Menschen nämlich nichts mehr selber entscheiden müssen, stumpfen sie total ab und existieren nur noch durch die sie umgebende Technik, klassische Gefühle braucht hier keiner mehr. Alles wird durch den Kling-bekannten sarkastischen und etwas abstrusen Humor begleitet, der aber nie fehl am Platz ist und sich stets in das Geschehen einfügt. Trotzdem sollte man immer seinen Kopf einschalten beim Lesen, dies ist kein Buch, das man mal eben so nebenher liest, man muss schon auf die Feinheiten Acht geben.

 

Mein Fazit:

Es ist eine politische Satire, ja, das stimmt. Ansonsten ist das Buch aber gespickt mit jeder Menge suptilem Humor, menschlichen Maschinen, die man gleich ins Herz schließt, und roboterartigen Menschen, die keinerlei Mitgefühl mehr kennen. Es macht viel Spaß zu lesen und lässt einem doch immer wieder aufhorchen, denn wer weiß, ob es nicht so oder so ähnlich in der Zukunft mal aussehen wird? Natürlich ein ganz anderes Thema als die Känguru Bücher, aber nicht weniger unterhaltsam. Ein wirklich kreatives und toll geschriebenes Buch! Kleiner Tipp: Macht als Hörbuch sogar noch mehr Spaß, das ist nämlich eine Live-Lesung des Autors, bei der er selbst immer wieder lachen muss…

 

5 von 5 Theos

2 Kommentare zu „Rezension zu: „QualityLand“ von Marc-Uwe Kling

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