Lesechallenges 2018 · Rezensionen · Zweierlei Helden Lesechallenge 2018

Rezension zu: „Wintersong“ von S. Jae-Jones

Dieses Buch ist mir mehr oder weniger durch Zufall in die Hände gestolpert und da dachte ich mir, dass es sich sehr gut als Einstieg für die Zweierlei Helden Lesechallenge eignen würde, an der ich dieses Jahr teilnehme. Ich habe das Buch für die Aufgabe gelesen: „Lies ein Buch, in dem der Protagonist dunkles Haar hat“, was auf die Hauptfigur Liesl zutrifft.

 

Zum Inhalt:

An jenem Tag, an dem das alte Jahr stirbt und die Grenze zwischen den Reichen der Kobolde und der Menschen verwischt, wandelt der Erlkönig durch die Welt der Sterblichen, auf der Suche nach einer Braut. Diese muss ihm in sein Reich unter der Erde folgen, den König ehelichen und sterben – denn nur durch ihren Tod wird die Wiedergeburt des neuen Jahres gewährleistet.
Seit ihrer Kindheit kennt die 18-jährige Liesl die Sage um den unheimlichen, faszinierenden Erlkönig. Als ein mysteriöser Fremder auftaucht und Liesls Schwester entführt, weiß Liesl: Nur sie kann ihre Schwester noch aus den Fängen des Erlkönigs befreien, indem sie ihm in sein Reich folgt und ihn anstelle ihrer Schwester selbst heiratet. Doch wer ist dieser geheimnisvolle Mann? Während Liesl noch versucht, ihre Gefühle zu verstehen, arbeiten die alten Gesetze der Unterwelt bereits gegen sie …

 

Wie mir das Buch gefallen hat:

Der Anfang war richtig klasse und er hat sich wunderschön gelesen. Sofort habe ich zu Liesl eine Verbindung aufgebaut, denn ich weiß, was es heißt, immer nur im Schatten zu stehen und nicht beachtet zu werden, unscheinbar zu sein. Ihre Willensstärke und ihr Pflichtbewusstsein waren mal eine herrliche Erfrischung bei all den Hauptfiguren, die immer nur nach ihrem eigenen Glück streben und nie an die Konsequenzen ihres Handelns denken.

Aber dann begannen die Probleme, die ich nicht genau erläutern kann, ohne zu spoilern, doch so viel: Im Laufe der Geschichte werden Liesls Entscheidungen immer undurchsichtiger und immer schwieriger nachzuvollziehen; sie wechselt ihren Charakter von einer Buchseite auf die nächste und dann wieder zurück ohne dass ich verstanden hätte, warum sie so drastisch reagiert. Klar, es ist verständlich, dass ihre Gefühle in ihr miteinander kämpfen, aber ihre Gedankengänge wurden immer schwammiger und skuriler, bis ich irgendwann tatsächlich ein wenig genervt war von ihr.

Überhaupt habe ich das Gefühl, dass das Tempo im Mittelteil sehr abflaut und dadurch an Spannung verliert. Vielleicht hatte sich die Autorin beim Schreiben zu viel vorgenommen, vielleicht konnte sie ihre Begeisterung nicht über das ganze Buch hinweg hochhalten, ich weiß es nicht. Aber mir fiel es ehrlich gesagt über große Strecken hinweg schwer, mich noch für die Geschichte zu begeistern. Liesl war immer noch sympathisch wegen ihrer Willensstärke, doch die aus ihr „herausgeplatzte“ Selbstsucht passt nicht zu ihr und wirkte auf mich unglaubwürdig.

Damit ihr nicht denkt, das Buch wäre ein totaler Reinfall: Das ist es wahrlich nicht. Der Anfang und der Schluss haben mich zum Weinen gebracht und Liesl ist keine schillernde Blume, die wie andere Mädchen schnell verblüht, sondern ein starker Baum, der immer wieder aufs Neue frische Blätter austreibt. Was ich damit sagen will, sie ist großartig und unfassbar toll gemacht, eine so realistische Figur, dass sie im Moment neben mir sitzen könnte. Auch ist die Liebesgeschichte dunkel, dramatisch und voller Sehnsucht – wie bei „Die Schöne und das Biest“, für jeden Märchenfan ein Traum.

 

Mein Fazit:

Wenn man alles zusammen betrachtet, ist es ein schönes Buch, voller Magie und Märchen, voller starker Gefühle und Abgründe. Vielleicht ist mein Geschmack inzwischen schon zu verwöhnt, dass ich manche Bücher nicht mehr zu schätzen weiß, aber leider hat es „Wintersong“ nicht in die Liste meiner Lieblingsbücher geschafft; das liegt unter anderem daran, dass es im Mittelteil sehr verwirrend war und an manchen Stellen einfach zu mystisch, dass ich selbst irgendwann nicht mehr ganz mitgekommen bin.
Die Begriffe der Musik haben für mich ehrlich gesagt auch zum Ende hin überhand genommen und hindern oft den Lesefluss, weil mir als Musiklaie manche Themen einfach komplett unbekannt waren. Ein interessantes Buch, das aber auch Schwächen hat. Teil 2 werde ich nicht lesen.

 

3 von 5 Theos

Ein Kommentar zu „Rezension zu: „Wintersong“ von S. Jae-Jones

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